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Sitzeinstellungen

Über die beste Sitzposition ist lang und breit diskutiert worden. Es wurden unterschiedliche Sitzeinstellungen und Stuhltypen befürwortet. Aber eine gute Sitzposition ist eine Kombination aus balancierenden, entlastenden und entspannenden Haltungen und einer Sitzposition, die natürliche, aktivitätsmotivierte Bewegungen ermöglicht.

Die meisten Theorien darüber, wie man sitzen sollte, gehen von der Zielsetzung aus, dem Oberkörper/Rücken dasselbe Profil zu geben wie beim Stehen. Einen Schritt auf diesem Weg haben wir getan, wenn wir dieses ausbalancierte Körperprofil ungeachtet dessen haben, ob wir in nach vorn oder nach hinten gelehnter Position sitzen.

Durch die Evolution haben sich unsere Körperbewegungen an ein physisch aktives Leben angepasst, was bedeutet, dass es wichtig ist, dem Körper Gelegenheit zu geben, sich zu bewegen. Je länger wir sitzen müssen, desto wichtiger ist es, dass wir uns regelmäßig bewegen.

Üblicherweise sind zwanzig Minuten die magische Zeitgrenze, nach der im Körper Dinge zu passieren beginnen, wenn wir in der falschen Position sitzen. Wir müssen auf diese Signale hören, denn andernfalls könnten die Probleme die Grundlage für weitere, kompliziertere Erkrankungen des Bewegungsapparates legen, die sich erst nach vielen Jahren bemerkbar machen.

Es ist deshalb äußerst wichtig, einen bequemen Arbeitsstuhl zu wählen, der für sehr gute Entlastung und Mobilität sorgt und der Spannungen und dadurch belastungsmotivierte Bewegungen so weit wie möglich verringert. Wenn dies außerdem mit abwechselndem Sitzen und Stehen und der Möglichkeit kombiniert werden kann, sich auf andere Weise zu bewegen, dann ist dies eine hervorragende Eigenschaft.

Der Malmstolen-Stuhl

Der Malmstolen-Stuhl ist ein ergonomisch konzipierter Arbeitsstuhl, der in der Mehrzahl der Sitzpositionen eine optimale Stütze, Entlastung und Entspannung bietet. Er geht in höchstem Maß mit Ihnen mit und ermöglicht Ihnen dadurch, Ihre Position problemlos zu ändern.

Die beste Entlastung erhalten Sie, wenn Sie in leicht zurückgelehnter Position sitzen. Der Oberkörper ist dann entlastet, da das Gewicht Ihres Körpers vom Stuhl gestützt wird. Außerdem öffnet sich der Hüftwinkel auf über 90 Grad, was eine bessere Durchblutung ermöglicht. Der Stuhl folgt dem Körper und bietet eine Plattform für natürliche Bewegungen.

Malmstolen hat die Wichtigkeit des Sichbewegens zur Priorität erhoben. Wenn Sie auf einem Arbeitsstuhl mit Knieschaukel (Modell 4000 und Modell R4) oder mit synchroner Knieschaukel (Modell 7000, Modell Cpod und Modell R7) nach hinten wippen, senkt sich der Sitz geringfügig ab. Ihre Hände befinden sich jedoch direkt über der Bewegungsachse der Knieschaukelfunktion und bewegen sich nur wenig auf und ab. Ihre Arme und Schultern bleiben entspannt, auch wenn Sie stärker nach vorn gelehnt arbeiten oder sich nach hinten lehnen. Aus ergonomischer Gesamtsicht ist deshalb der Knieschaukelfunktion bzw. der synchronen Knieschaukelfunktion der Vorzug vor einer mittig angeordneten Schaukelmechanik zu geben. Die Ausnahme bildet hier ein Sattelsitz wie zum Beispiel der Malmstolen High5, der eine zentral gelagerte Schaukelmechanik hat. Da die Beine entlang der Seiten des Sattels herunterhängen, wird nicht auf die gleiche Weise auf sie eingewirkt wie beim Sitzen auf einem traditionellen flachen Sitz.

Reiterposition

Hier sitzen Sie so, als würden Sie auf einem Pferd sitzen. Die Haltung des Oberkörpers ähnelt einer stehenden Position. Das ist gut. Dies ist eine Position, die gut funktioniert, wenn Sie an einem Schreibtisch arbeiten. Doch wenn der Stuhl nicht flexibel ist, mitgeht und die Gelegenheit zu anderen Sitzpositionen bietet, ist die Reiterposition statisch.

Denn schließlich besteht ein großer und entscheidender Unterschied zwischen dem Sitzen auf einem Pferderücken und dem Sitzen auf einem Bürostuhl. Der Reiter folgt der Bewegung des Pferdes, die für eine natürliche Bewegungsvariation sorgt. Der Stuhl bewegt sich nicht von selbst. Die Gefahr eines konstanten Spannungszustands ist stark erhöht, wenn der Stuhl keine Positionsabwechslung zulässt.

Bei den meisten Arbeitsstühlen kann der Sitz oder der gesamte Stuhl nach vorn geneigt werden. Damit will man die Druckbelastung der Unterseite der Oberschenkel, der hinteren Oberschenkelmuskeln, verringern. Druck auf diese Stelle verkürzt den Muskel, so dass das gesamte Becken nach hinten kippt und sich infolge dessen der Rücken krümmt.

Der Nachteil besteht darin, dass viele Menschen das Gefühl haben, von ihrem Sitz herunterzurutschen. Auch die Gefahr geschwollener Unterschenkel und Füße ist erhöht. Wenn Sie Ihre Knie gegen die Kniestütze lehnen, erzeugen Sie eine statische Position, die zu einer statischen Belastung führt.

Sitz-Steh-Position

Dies ist eine halb stehende Position mit demselben Ziel wie die Reiterposition – dem Oberkörper dieselbe Balance zu geben, die er beim Stehen hat. Häufig sitzt man auf Bürostühlen, deren Sitz einem Pferde- oder Fahrradsattel ähnelt. Der Stuhl kann auch eine kleinere Rückenlehne haben. Diese Arten von Stühlen werden oft an Stehpulten genutzt.

Um dieselbe Position zu erhalten wie beim Stehen, müssen die Füße unter dem Sitz platziert sein, so dass die vertikale Schwerpunktlinie genauso durch die Wirbelsäule verläuft wie beim Stehen. Die Oberschenkelknochen sind jetzt stark nach unten geneigt, und die Unterschenkel sind nach hinten geneigt, damit sich die Füße an der richtigen Position befinden können. Ein Sitz, der gegen die Unterseite Ihrer Oberschenkel drückt, führt dazu, dass das Becken nach hinten kippt, und sobald Sie sich entspannen, krümmt sich Ihr Rücken.

Wenn Sie die Füße nach vorn bewegen, so dass sie sich vor der vertikalen Linie befinden, verschiebt sich der Schwerpunkt, und Sie können Ihren Oberkörper nur durch Muskelanspannung aufrecht halten. Wenn Sie die Füße stattdessen weiter nach hinten bewegen, neigt der Oberkörper dazu, nach vorn zu fallen. Um dies zu vermeiden, krümmen Sie den Rücken zu stark, was unangenehm ist.

Um auf diese Weise sitzen und balancieren zu können, darf der Stuhl den Körper nicht durch seinen Druck darin behindern, die richtige Haltung einzunehmen. Die Fläche des Sitzes, die die vertikal gerichteten Kräfte des Körpergewichts absorbieren soll, muss deshalb sehr klein sein. Wenn Sie in der oben genannten Position sitzen und Ihr Körper vollkommen ausbalanciert ist, verteilt sich anders ausgedrückt eine durch Ihr Körpergewicht entstehende starke Kraft auf eine sehr kleine Fläche. Deshalb ist die Gewichtsverteilung des Sitzes erheblich reduziert. Dieser Druck behindert die Durchblutung im Bereich des Unterbauches.

Wie bei der Reiterposition besteht die Gefahr, dass die Haltung statisch wird.

Mit Malmstolen High5 haben wir eine Lösung entwickelt, die die Vorteile dieser Art des Sitzens nutzt und gleichzeitig ihre Nachteile kompensiert. Mehr über Malmstolen High5 erfahren Sie hier.

Variabel-aktives Sitzen

Diese Art zu sitzen basiert auf der Theorie, dass der Körper „sich zu bewegen sucht“ und an ein Leben in Bewegung angepasst sei. Ein Sprichwort besagt: „Die nächste Position ist die beste.“ Außerdem wird das Argument angeführt, dass sich der Körper nie eine bestimmte Sitzposition aneigne, sondern dass wir spontan und von Natur aus ständig nach wechselnden Sitzpositionen suchen. So sind zum Beispiel „freischwebende“ Stühle, bei denen sich Sitz und Rückenlehne unabhängig voneinander bewegen, um den Bewegungen des Körpers zu folgen, oftmals anhand dieser Philosophie konstruiert.

Bewegung unterstütze die Durchblutung und sei eine Voraussetzung für den funktionierenden Austausch von Nährstoffen in den Bandscheiben.  Darüber hinaus stimuliere Bewegung zahlreiche weitere Körperfunktionen.

Dieser Philosophie liegt oft keine eingehende Analyse der tatsächlichen Ursache der jeweiligen Bewegungen zugrunde. Sind die Bewegungen belastungs- oder aktivitätsmotiviert? Die Folge ist oft, dass der Stuhl den belastungsmotivierten Bewegungen des Körpers folgt, d. h., den Körpersymptomen von Belastungen, die sowohl durch den Stuhl als auch durch die umgebenden Arbeitswerkzeuge verursacht sein können, anstatt dem Körper die wirkliche Stütze und Entlastung zu bieten, nach der er normalerweise sucht. Belastungen erzeugen zahlreiche spontane Bewegungen, wenn nicht in unbewusster Form, dann früher oder später in bewusster Form; deshalb agieren sie hier als ein Verteidigungssystem für den Körper. Die Gefahr besteht darin, dass aufgrund einer zu starken Anspannung der Muskulatur die Bewegungen nicht die beabsichtigte positive Wirkung haben, da verspannte Muskeln die Durchblutung behindern.

90° position

Dies ist die Sitzposition, die seit Jahrzehnten am häufigsten empfohlen wird. Hüft- und Kniegelenk bilden einen 90-Grad-Winkel. Die Position ist leicht zu erlernen, setzt jedoch voraus, dass der Stuhl eine Rückenlehne besitzt, die den Lendenwirbelbereich sehr gut stützt, denn andernfalls sinkt der Sitzende zusammen.

Bei einem 90-Grad-Winkel vor allem des Hüftgelenks werden die Muskeln und Bänder im Lendenwirbelbereich besonders beansprucht. Auch mit tadelloser Rückenlehne ist die Gefahr einer Ermüdung in dieser und eventuell auch in etwas höher gelegen Regionen des Rückens erhöht. Die Folge hiervon ist oft, dass man auf dem Sitz nach vorn rutscht und dadurch den Hüftwinkel öffnet. Dann hat die Rückenlehne nicht mehr dieselbe Stützwirkung. Wenn sich der Sitzende entspannt, sinkt er zusammen.

Nach hinten gelehnte Sitzposition

Diese Position kann den Körper hervorragend entlasten, was sich durch die Grundlagen der Physik erklären lässt, denn man überträgt dabei das Gewicht des Körpers auf den Stuhl. Es ist jedoch wichtig, dass Stuhlsitz und Rückenlehne eine optimale winkeltreue Kontaktfläche für unseren Körper bieten. Nur dann kann eine optimale Entlastung stattfinden, ohne dass der Oberkörper sein natürlich ausbalanciertes Profil verliert.

Da durch stärkeres Zurücklehnen die Halsmuskulatur beansprucht wird um den Kopf in Balance zu halten, sollte eine effektiv entlastende Kopfstütze vorhanden sein. Die stützenden Teile des Stuhls dürfen nicht starr sein, sondern müssen ein gewisses Maß an Nachgiebigkeit bieten, was bedeutet, dass Entlastungsbewegungen flexibel sind. Achten Sie darauf, dass die Hüfte von einem Winkel von mehr als 90 Grad profitieren kann.

Eine nach hinten gelehnte Sitzposition bietet sich oft bei Computerarbeitsplätzen an, wenn man Monitor, Tastatur und Maus/Bedienungsgeräte so platziert, dass ein angenehmer Augen- und Arbeitsabstand gewährleistet ist. Es ist relativ einfach, diese Sitzposition mit geringem Aufwand zu erreichen.